Kleiner Mann ganz gross – Zeitungsbericht “Sarganserländer”

Fabio Mader aus Flums-Hochwiese ist rasant unterwegs: In der Jugend-Motocross-Meisterschaft hat der Zweitklässler den 3. Rang belegt. In der nächsten Saison steigt er von der 50- in die 65-ccm-Kategorie auf.

von Reto Voneschen, Sportredaktor Sarganserländer

Wenn Daniel Schnelli seine Garagentüre öffnet, wird schnell klar, was seine Leidenschaft ist: Ein Motocross-Töff neben dem andern ist fein säuberlich aufgereiht. Ein Hauch Boxenduft hängt dabei in der Luft. Motorenöl, etwas Benzin und daneben allerhand Utensilien für einen Motocrossfahrer. Respektive zwei Fahrer. Denn neben den «grossen» Motorrädern stehen auch zwei kleinere mit der Startnummer 5. Diese gehören Sohnemann Fabio, einem aufgeweckten Zweitklässler. Und vor allem, einem schnellen.

In der Jahreswertung des Schweizer Jugend-Motocross-Clubs (SJMCC) belegte Fabio Mader bei den Jüngsten in der 50-ccm-Kategorie den dritten Rang. Am Samstag erhielt er bei der Siegesfeier in Lommis (TG) die Auszeichnung für die tolle Saison.

Rasantes Tempo

So rasant wie Jeremy Seewer, dem aktuell besten Schweizer Motocrossfahrer, ist Fabio Mader (noch) nicht unterwegs. Auch zur Beruhigung der Nerven von Mutter Nadine. «Zu Beginn hatte ich schon etwas Angst», gibt sie zu. Mittlerweile ist diese gewichen, beruhigter kann sie zuschauen, wenn Fabio unerschrocken und gut gepolstert über die Pisten brettert. Das Tempo ist dabei erstaunlich hoch. Bis zu 80 Stundenkilometer erreichen die 50-ccm-Maschinen mit ihren 12 bis 13 PS. Zum Vergleich: Ein handelsübliches «Töffli» hat zwei PS. «Fabio hat sich sehr gesteigert», freut sich auch Vater Daniel.

Investiert wird dabei einiges, nicht nur finanziell. 15 Renntage quer in der Schweiz vom Jura bis in den Thurgau zwischen Frühling und Herbst standen auch bei den Jüngsten in der letzten Saison an. Am Morgen wird jeweils trainiert, danach stehen zwei Läufe an, die zur Tageswertung gehören. Lange Tage, die an die Substanz gehen. «Zum Glück hat Fabio einen verständnisvollen Lehrer», so Mutter Nadine. Bislang gingen der Sport und die Schule für den Zweitklässler gut aneinander vorbei.

Neben den Rennen stehen Trainingswochenenden beim Heimklub in Triesen an oder – so wie nächstens – in Italien. Zum Ausgleich spielt Fabio Mader auch Fussball bei den F-Junioren des FC Flums. «Ein gutes Fitnesstraining», urteilt Vater Daniel. Denn eine gute Fitness ist zwingend nötig, wenn man sich auf ein Motocross-Motorrad setzt. Zudem steigt Fabio Mader in der nächsten Saison in die nächsthöhere Kategorie auf. Die 65-ccm-Maschinen sind dann noch schneller und kräftiger.

«Die Kosten will ich gar nicht rechnen», sagt Daniel Schnelli, «wichtig ist, dass er Spass am Sport hat.» Als langjähriger Fahrer mit Erfahrung von Schweizer- und Europa-Meisterschaftsrennen weiss er wovon er spricht. Nicht nur bezüglich Fahrtechnik, auch die ganzen Reparaturarbeiten erledigt Schnelli selber. Denn nur wenn die Sportmaschine auch reibungslos läuft, kann Sohn Fabio weiter vorne mitmischen. Die Chancen dazu stehen äusserst gut.

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